Smartphone mit Miniatur-Menschen
Heiko Roehl

Tag 1 | Montag, den 16.09.2019

Der erste Tag des Seminars „Zukunftsfähige Führung“ empfing uns bei strahlendem Sonnenschein im Hotel Schloß Tremsbüttel nahe Hamburg.  Die Teilnehmer waren vorab angekündigt und es war schon klar, dass es Führungskräfte aus ganz verschiedenen Branchen sind. Könnte das funktionieren? Findet man eine gemeinsame Sprache? So mancher stellte sich diese Frage.

Die anfängliche Anspannung der Seminarteilnehmer legte sich sehr schnell. Nach einer ausführlichen Vorstellungsrunde und Einführung der Coaches war schon klar, dass trotz der Unterschiede fast alle die gleichen Themen umtreiben. Schnell kam man untereinander ins Gespräch. In einer ersten Gruppenübung stellten wir unsere Rolle im Unternehmen bildlich dar und die ersten formulierten bereits eine Fragestellung, an der sie im Laufe der Woche intensiver mit Unterstützung der Gruppe und der Trainer arbeiten wollen.

Am Nachmittag beschäftigten wir uns nach einem Filmausschnitt aus dem Film "Der Pferdeflüsterer" mit neurobiologischen Prozessen. Den Trainern gelang es ganz wunderbar die Gruppe durch die Themen zu begleiten.
Beim Abendbrot war man bereits rege in der Diskussion miteinander und erwartete mit Spannung das weitere Seminar.

Dr. Birgit Heukrodt
MDK-Berlin-Brandenburg e.V. 

Tag 2 | Dienstag, den 17.09.2019

Auch der zweite Tag war wieder intensiv gepackt. Am Vormittag lernten wir viel über Rollen und Rollenmodelle. Das Bild des alten griechischen Theaters, in dem ein Schauspieler in Alltagskleidung aus einem Korb von Masken sich eine auswählt, um sich in die Rolle zu begeben, beschreibt das gut. Die Kraft und auch die Gefahren – wenn man es nicht für sich verstanden hat – waren ein wichtiger Impuls. Auch für die Arbeit in den Peer-Groups am eigenen Thema.

Ohne zu wissen, was wir bereits in den ersten eineinhalb Tagen gelernt haben, vertiefte das unser Gast und Impulsgeberin Angelika Huber-Strasser (Bereichsvorstand Corporates, KPMG AG) in ihren Einblicken ihrer Arbeit und ihrer Karriere. Sie betonte Themen, die sie als wichtig für wirksame Führung erfahren hat. So z. B.  – genau passend zum Thema – den eigenen Menschen von seiner Rolle im Unternehmen zu differenzieren sowie etliche andere werteorientierte Themen: sich selbst führen können, Menschen lieben, Richtung geben können, sich über die eigenen Werte im Klaren zu sein und im Zweifel einen Plan B zu haben, Vorgaben auch leben, Achtsamkeit, Anerkennung und Respekt.

Für das Thema „Frauen in hohen Führungspositionen“ strahlte sie das beste Beispiel aus und so waren wir inspiriert mit welcher positiven Energie sie von ihrer Karriere in einer männerdominierten Welt erzählt, ohne dabei Frustration auszustrahlen.

In einem fast gesellschaftlichen Disput, der uns alle sehr bewegt hat, ist die Diskussion gekommen, wie AI (artificial intelligence) die zukünftige Führungsaufgabe verändern kann, aber auch wie unterschiedliche politische Systeme, wie z. B. China, damit umgehen. Hier entstanden Impulse, die zum Teil auch unsere Agenda für die nächsten Tage noch leicht verändern wird.

In den anschließenden Peer-Groups zu unseren eigenen Themen hatten wir so jede Menge Impulse und Anregungen, sodass die Diskussionen nun in eine wirkliche Tiefe und in persönliches Erfahren und Lernen gehen konnte.

Dr. Walter Sinowski
Gruner+Jahr Digital Products GmbH

Tag 3 | Mittwoch, den 18.09.2019

Die ersten beiden Tage voller interessanter Gespräche mit vielen Anregungen und Einsichten in der ganzen Gruppe, aber auch in Kleingruppen sowie mit dem Trainerteam waren vorüber. Auch ohne Vorgabe sitzt man immer wieder mit unterschiedlichen Teilnehmern zusammen und tauscht sich aus. Bei aller Individualität und spezifischen Setup werden immer wieder Gemeinsamkeiten festgestellt und der eine oder andere neue Blickwinkel auf eigene Fragestellungen entsteht. 

Der Vormittag steht heute im Zeichen der beiden Themenfelder „Change Management“, bei dem uns Oli aktuelle Entwicklungen dieses doch bei allen irgendwo verankerten Begriffs vorstellt, dieses aber immer wieder mit tollen Praxisbeispielen lebendig macht. Außerdem beleuchtet Bernd den Komplex Führung und Macht. Für mich persönlich war das Wort Macht immer sehr ambivalent belegt und die recht lebhafte Diskussion hat mich zum Nachdenken angeregt. 

Nach der Mittagspause stellte uns Herr Dr. von Schorlemer als Vorstand der ING-DiBa AG seinen Blick auf Führung dar. Angesichts der vielseits bekannten Positionierung der ING als bzw. Transformation zu einer agilen Bank kamen eine Reihe von Fragestellungen rund um Agilität und Führung auf und dieser Blick aus der Praxis machte das theoretisch erlernte und erarbeitete für mich fühlbarer.

Schließlich warte am Abend ein Vortrag, den fast alle Teilnehmer im Nachgang als ein bisheriges Highlight bezeichnen. Düzen Tekkal berichtete, wie sie mit einem immensen Maß an persönlichem Einsatz und Engagement eine gemeinnützige Organisation führt, die sich in Kriegsgebieten um Frauen in prekären Lagen kümmert bzw. aus diesen befreit. Ich habe niemanden getroffen, den dieser Vortrag und diese Diskussion nicht auch persönlich getroffen und ein wenig inspiriert hat.

Sebastian Pack
STEAG AG

Tag 4 | Donnerstag, den 19.09.2019 

Der erste Teil des Vormittags stand unter dem Eindruck des "Nachschwingens" bzw. der Nachbereitung der beiden externen Besucher des Vortages.

Dabei wurde zunächst der Auftritt des Vorstands der ING-DiBa AG Dr. Schorlemer, insbesondere in Beziehung zu dem Auftritt der Impulsgeberin Frau Huber-Strasser (Bereichsvorstand Corporates, KPMG AG) vom Vortag gesetzt und dabei Stärken und Schwächen der Vorträge der jeweiligen Impulsgeber herausgearbeitet, so, wie es sich aus Sicht der Seminarteilnehmer dargestellt hat. Naturgemäß fielen die Bewertungen unterschiedlich aus, ihnen gemeinsam war die überwiegend geäußerte Auffassung, dass es Herrn Dr. Schorlemers Vortrag bzw. Antworten hin und wieder an der inhaltlichen Tiefe gefehlt habe, Frau Huber-Strassers Ausführungen diesbezüglich keinen Wunsch offen gelassen hätten, wiewohl das Thema Gender bzw. "Frauen in Führungspositionen" für das Format Executive Training ein wenig zu breiten Raum eingenommen habe.

Sodann erfolgten zahlreiche Wortbeiträge zu dem abendlichen Vortrag der Journalistin, Autorin und Redakteurin Düzen Tekkal, in denen noch einmal deren herausragendes Engagement sowohl im internationalen als auch nationalen Kontext gewürdigt wurde. Herausgehoben wurden die aus ihrem Vortrag sichtbare Begeisterungsfähigkeit, das Besondere ihrer Tätigkeit und das außergewöhnliche Maß an Altruismus. Nachdem Frau Tekkal im anschließenden kleinen Kreis geäußert hatte, dass sie das Gefühl habe zunehmend in "Mikromanagement" abzugleiten, diskutierte die Gruppe über Möglichkeiten ein solches Abgleiten zu verhindern bzw. Gegenstrategien zu entwickeln.

Im Anschluss hieran erfolgte die Arbeit in den Peer Groups zur Methode der "Kollegialen Fallberatung" bei der Mitglieder der Gruppe schwierige - zumeist aus der Zusammenarbeit mit Mitarbeitern oder Vorgesetzten -  Konstellationen vortrugen und es den anderen Gruppenmitgliedern sodann oblag, über Rückfragen und anschließender Hypothesenbildung Lösungsansätze zu erarbeiten. Flankiert wurde das Arbeiten in den Gruppen durch die Vermittlung theoretischer Grundlagen u. a. zum Thema "Kultur" und die Erläuterung der verschiedenen Kulturtypen in einem dynamischen Umfeld.

Eckart Meyer-Höper
Bundesministerium der Verteidigung

Tag 5 | Freitag, den 20.09.2019

Es ist der letzte Tag einer ereignisreichen Woche. In unserer gewohnten gemeinsamen morgendlichen Runde lassen wir zunächst den vorherigen Tag Revue passieren und dabei wird eines deutlich: der spannende und intensive Austausch untereinander, mit den Trainern und den Impulsgebern hat seine Spuren hinterlassen und etwas Müdigkeit macht sich breit. Anschließend blicken wir in die Zukunft und planen unser nächstes gemeinsames Treffen bei den Kolleginnen und Kollegen der GIZ als Gastgeber in Eschborn abzuhalten. 

Inhaltlich steht an diesem Vormittag das Thema Agile Leadership auf der Agenda. Wir sprechen über den Aufbau und die Führung agiler Organisationen, über die Herausforderungen und Vorteile. Die Praxisbeispiele und aktuellen Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer runden den theoretischen Hintergrund ab. 

In kurzen Breakout Sessions haben wir zum Schluss Gelegenheit, die für uns wesentlichen Eindrücke und Erfahrungen bewusst zu machen und gegenseitig in „Resonanz“ zu gehen. Wir nehmen uns vor, das Erlebte zurück in unseren Alltag in den unterschiedlichsten Organisationen mitzunehmen und darüber hinaus vielleicht auch aus dem einen oder anderen bisherigen Verhaltensmuster mit den neuen Erkenntnissen auszubrechen.

Bevor es uns in alle Welt verteilt, lassen wir den letzten Tag gemeinsam bei Fingerfood ausklingen. Mit den neu gewonnenen Kontakten, frischen Impulsen und gemeinsamen Erlebnissen aus den vergangenen fünf Tagen machen wir uns zufrieden auf die Heimreise und freuen uns schon auf ein Wiedersehen.

Daniel Weise
Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft


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