Smartphone mit Miniatur-Menschen
Heiko Roehl

Tag 1 | Montag, den 17.06.2019  

Tag 1 unseres Executive Trainings: Dieses Jahr steht das Training unter einem besonderen Motto, denn es jährt sich zum zehnten Mal. Bereits zehn Jahre bietet das Training Frauen in Führungspositionen den Raum sich auszutauschen, sich zu reflektieren und neue Gedankenanstöße mitzunehmen.

Zu Beginn fällt es schwer die vielen Namen und Unternehmen zu behalten, aber nach einem ersten Kennenlernen wird deutlich, was die einzelnen Teilnehmerinnen bewegt und was ihre Themen in Bezug auf die unterschiedlichen Unternehmen sind: dabei für alle im Fokus Digitalisierung und Transformation.

Inhaltlich liegt der Fokus des ersten Tages auf dem Thema Unternehmenskultur. Dr. Anne Schwarz gibt zunächst einen Überblick über den Wandel der Unternehmenskultur vom Industrie- zum Digitalisierungszeitalter. Kontrovers diskutiert werden die Ideen von Tim Leberecht: „Das neue romantische Zeitalter“. Nicht für jeden sind die romantischen Ansätze zu verbinden mit dem Alltag des Berufslebens, andere sahen darin interessante Denkanstöße. Neben dem Austausch in der gesamten Gruppe, gibt es immer wieder die Möglichkeit den Input auch in kleineren Gruppen zu reflektieren und zu diskutieren.

Am Nachmittag ist dann das künstlerische Talent der Teilnehmerinnen gefragt. Nicolle Dreischarf führt uns dafür in die verschiedenen Arten der Unternehmenskultur ein, die sich in den schillerndsten Farben zeigen. Diese dann auf das eigene Unternehmen zu übertragen und anhand eines Bildes zu verdeutlichen, war die anschließende Herausforderung. Von Häusern bis Booten zeigen sich die verschiedenen Unternehmen in ihren unterschiedlichen Strukturen und Kulturen. Die anschließende Diskussion in den Gruppen bietet spannende Ergebnisse über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowie die persönlichen Herausforderungen.

Mit viel Input und der Aufgabe Ideen für die eigene Unternehmenskultur zu sammeln endet der erste Tag. Die Impulse des Tages werden uns sicher noch den Rest der Woche begleiten.

Carolin Wingartz
A&B One Kommunikationsagentur GmbH

Tag 2 | Dienstag, den 18.06.2019

Tag 2 startet trotz der ländlichen Idylle Niedernbergs mit der „Rushhour in New York“, einer Aufwärmübung zum Thema inszenierte Authentizität.

Das Setzen von inspirierenden Zielen aus dem Impulsvortrag „Veränderung im Kontext von digitaler Transformation und New Work“, bringt uns ab vom eigentlichen Thema, hin zur grundsätzlichen Diskussion über das Ziel des Executive Trainings – den Netzwerkaufbau. Um uns untereinander effizient und sinnvoll vernetzen zu können, sollten wir die individuellen Ziele und Erwartungen der anderen Teilnehmerinnen kennen. Die Zeit bis zum ersten Leadership Talk nutzen wir daher für eine entsprechende Vorstellungsrunde.

Wir sind begeistert von der Offenheit und Authentizität von Frau Dr. Bettina Orlopp, Vorstandsmitglied der Commerzbank AG, die uns als Impulsgeberin im Leadership Talk Rede und Antwort steht. Die inspirierende Diskussion mit ihr z. B. über das Wahrnehmen von Gelegenheiten als Karrieremittel setzt sich noch während des sich anschließenden Mittagessens fort.

Der Nachmittag dreht sich um ein Thema, auf das ich gespannt bin: „Macht als individuelle Ressource“. Kurz werden die vier Arenen der Macht vorgestellt. Es folgt eine Gruppendiskussion in der jeweils favorisierten Arena, deren Ergebnisse wir den Gruppen vorstellen, die sich mit den anderen Arenen befasst haben. Die anschließende Visualisierung bereits erlebter Machtsituationen verläuft wortwörtlich im Sand: Bei über 30°C bietet der am Hotel gelegene See mit Sandstrand eine ideale Abkühlungsmöglichkeit.

Gestärkt durch das Abendessen treffen wir uns erneut zum Leadership Talk, diesmal mit Herrn Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH, als Impulsgeber, der über die Herausforderungen der Leitung eines Familienunternehmens berichtet.

Ein langer Tag mit vielen interessanten Gesprächen geht zu Ende. Ich freue mich auf weitere Tage mit den anderen Teilnehmerinnen - allesamt spannende und inspirierende Powerfrauen!  

Nina Siegfried
ING-DiBa AG

Tag 3 | Mittwoch, den 19.06.2019

Tag 3 des Executive Trainings startet mit einer kleinen Feedback-Runde zum Vortag. Und es wird schnell klar: Die Wünsche, Erwartungen und Needs der Teilnehmerinnen sind ganz unterschiedlich. Die einen wollen mehr Struktur und einen roten Faden durch den Tag. Die anderen mögen die Freiräume und die oft nur kurz angestoßenen Impulse der Coaches. 26 verschiedene Wünsche unter einen Hut zu bekommen, ist halt nicht so einfach.

Ich sehe diese Zeit als Chance, ganz ohne Zeitdruck meine Rolle als Chefin, Kollegin und Mitarbeiterin zu reflektieren. Und ich gebe zu: mittags bei 31 Grad in den See hinterm Hotel zu springen, ist dazu recht lässig. ;-)

Auch der Besuch von Jan Rinnert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Heraeus Holding, vom Vortag wird noch mal emotional diskutiert. In meinem Kopf bleiben zwei Fragen hängen: Haben wir uns von ihm einlullen lassen? Und: Verändere ich mein Verhalten, wenn mir so ein Typ Mann begegnet – denn das passiert uns ja allen regelmäßig im (Berufs)Alltag.

Eine kleine intuitive Peerarbeit hilft allen aus dem gemeinsamen Stimmungstief. Und die geht – sehr vereinfacht – so: Mache einer anderen Teilnehmerin des Kurses ein paar sehr ehrlich gemeinte Komplimente, wie sie auf dich wirkt und für was du sie schätzt. Und das fällt ganz und gar nicht schwer, denn wir haben wirklich tolle Persönlichkeiten und Führungskräfte in unserer Gruppe. Ihre Geschichten, klugen Fragen und Kommentare sind für mich die größte Bereicherung des bisherigen Programms. Ladies, ihr seid wirklich cool! Und ja, es war auch einfach mal schön von jemand fast Fremden ein positives Feedback zu bekommen. Danke, liebe Tanja, für die netten Worte.

Erfrischend ist der Talk mit Daniela Geretshuber. Sie ist Partner bei PriceWaterhouseCoopers und erzählt uns sehr ehrlich aus ihrem Leben, unter anderem auch von ihrem größten, beruflichen Scheitern und wie sie daraus gelernt und weitergemacht hat. Tolle Frau, spannender Talk, gutes Role Model.

Nach dem Mittagessen geht’s auf die Matte. Kein Yoga, aber eine Reise in die eigene Vergangenheit. Ein Rundgang durch das Haus des Lebens, gespickt mit Farben und Gefühlen. Wo komm ich her, wo will ich hin? Ob’s am vollen Bauch oder der Hitze liegt… Auf dem virtuellen Trip nicke ich kurz zwischen Keller und Erdgeschoss ein und schrecke auf. Hab ich da etwa geschnarcht?

Mit Buntstiften dürfen wir danach unsere persönliche Zukunftsvision malen. Da entsteht bei mir eine große, gelbe Sonne, woanders Flüsse, Bäume und Worte. Unentdeckte Picassos sind wir wohl alle nicht. Aber jeder zeichnet ernsthaft seine heimlichen Träume auf. Und gemeinsam mit einer der Teilnehmerinnen ist unser nächster Auftrag das bunte Bild in nur einem knackigen Satz auf den Punkt zu bringen. Nach einer intensiven, sehr persönlichen  Stunde des Austausches finden Ulrike und ich unsere finalen Formulierungen.

Mein Satz heißt: In 5 Jahren bin ich frei! Das finde ich sehr beflügelnd. Wer sich jetzt fragt, was das wohl genau heißt, kann mich gerne anrufen: 0151/54332866. Auch in 5 Jahren.

Der Tag endet noch mal mit der Arbeit in unserer Peergroup. Die letzte Aufgabe ist, sich gegenseitig zu coachen und gemeinsam erste Maßnahmen zu identifizieren, wie jede von uns seiner persönlichen Zukunftsvision Leben einhauchen kann.

Fazit: Yes, we can!

Doris Brückner
Gruner + Jahr GmbH & Co KG

Tag 4 | Donnerstag, den 20.06.2019

Der vierte und vorletzte Tag steht ganz unter dem Zeichen der Unternehmenskultur. Doch bevor es an die Arbeit geht, werden alle Teilnehmerinnen noch mit einem kleinen Geschenk überrascht. Vor den Plätzen liegt ein Buchpräsent „Die digitale Erschöpfung“ von Markus Albers. Großartig!

Los geht´s mit dem ersten Input-Thema „Profilierung“: Wir lernen Arten von Profilierungen und vor allem auch warum es wichtig ist, sich zu profilieren, sich zu zeigen – schlichtweg präsent zu sein.

Der nächste Input von Anne und Nicolle dreht sich noch einmal rund um das Thema Feedback. Wie wundervoll doch ein Tag beginnen kann, wenn man positives Feedback erhält, erfährt jede der Teilnehmerinnen dann selbst. Nach dem Schema Wahrnehmung – Wirkung – Wunsch/Lösung/Konsequenz geben sich die Teilnehmerinnen gegenseitig Feedback und kurze Zeit später sitzen alle happy wieder auf ihren Plätzen.

Nun an die Arbeit: Welche Entwicklungsprojekte wollen wir in unseren Unternehmen umsetzen? Es werden Themen identifiziert und geclustert, Gruppen gebildet und konkrete Vorhaben definiert.

Nach einer kurzen Pause begrüßen wir dann unseren letzten externen Gast der Woche, Frau Anette Brouzi, Vorstand der DZ Bank.

Am Nachmittag bekommen wir als Input von Anne und Nicolle noch Tools in die Hand, das Challenge Mapping und die Stakeholder-Analyse. Dann geht’s in die Gruppenarbeit.

Folgende Themen können wir für uns identifizieren:

  • Feedbackkultur/ Vertrauenskultur etablieren
  • Change-Management
  • Projektplan Change Transformation begleiten
  • Agiles Arbeiten
  • Etablierung eines Frauen-Netzwerks

 

Nach einem kurzen Blitzlicht endet der Tag.

Beim Abendessen wird spürbar, dass die „Mannschaft“ zusammengewachsen ist. Die Gespräche sind offen, es wird viel diskutiert und gelacht, Telefonnummern werden ausgetauscht. 

Jana Meusel
HUK-Coburg

Tag 5 | Freitag, den 21.06.2019

Was, schon der letzte Tag? Eine intensive Woche geht zu Ende und es ist Zeit, die Ergebnisse zu präsentieren und den Ausblick zu wagen. Der Schlüssel für die Ausarbeitung der Fokusthemen ist das Zusammenbringen des geballten Know-Hows der Gruppe. Hier wird wahr, was auch Mathematikerinnen wie das Vorstandsmitglied der DZ Bank, Frau Brouzi, nicht leugnen können: im Team gilt 1+1=3.

Es wurde diskutiert, gecoacht und geplant, bis feststand, woran es sich lohnt, künftig zu arbeiten: Eine bessere Vertrauenskultur im Unternehmen zu schaffen, Reverse Mentoring – also Alt lernt von Jung – einzuführen, im Changeprozess eine gemeinsame Identität schaffen, ein weltweites Programm zur Vernetzung und Unterstützung von Frauen in Entwicklungsländern entwerfen, agiles Arbeiten vorantreiben und vieles mehr wird in den folgenden Wochen und Monaten die weiblichen Leader immer wieder beschäftigen.

Aus Individuen ist eine Gruppe geworden, die Woche hat zusammengeschweißt, nun ist klar, an wen man sich wendet, wenn man Unterstützung braucht oder bieten kann. Für alle wird das Weiterverfolgen der Themen im Alltag eine Herausforderung, hier tritt die Relevanz der Themen gegen den Druck der täglichen Arbeit an. Wer gewinnen wird? Die Auflösung folgt Mitte November. Beim zweiten Treffen der Powerladies.

Anja Tomic
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH


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