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Klaus Knuffmann, Hamburg

Jede Teilnehmerin wurde im Executive Training Women and Cultural Change ermutigt, sich ruhig einmal "größer zu denken", und unter dieser Voraussetzung ihr individuelles Handlungskonzept für ein Change-Projekt zu entwerfen

Ob es gelungen ist? „Ja“, heißt es im Weblog, den die Teilnehmerinnen selbst verfassten, „durch die Mischung aus Theorie, Arbeit in den Teams und die Vielfalt der Praxisreferenten haben wir viele Denkanstöße erhalten, neue Erkenntnisse zum Handeln bekommen, klare Bilder, viele Fäden, die sich über diese  fünf Tage hinweg zusammenfügten…“. Weiterhin schreibt eine Teilnehmerin: „Ich bin sicher nicht die einzige, die sehr beeindruckt war vom Niveau an Leidenschaft, Energie, Zielstrebigkeit und Überzeugungskraft, die jede einzelne bei der Entwicklung und Präsentation ihres Projekts am Ende des Seminars an den Tag gelegt hat. Was wir alle vorhaben an persönlicher und beruflicher Entwicklung ist sehr beeindruckend und ich freue mich darauf, beim Modul II erste Erfolgsmeldungen zu vernehmen!“

Besonders hervorgehoben wurden die fünf Praxisreferenten, die die Gruppe im Laufe der Woche besuchten. Gibt es etwas Wirksameres als Vorbilder? Gibt es etwas Echteres als persönliche Erfahrungen, die ungeschönt mit den Teilnehmerinnen des Executive Trainings geteilt werden? Viele einprägsame Statements klingen noch nach.

Liz Mohn begrüßte die Gruppe als Schirmherrin der Executive Trainings
und betonte die Bedeutung von Vertrauen, Delegation von Verantwortung und die Vermittlung eines „Wir-Gefühls“ im Unternehmen. Als wesentlichen Erfolgsfaktor für eine gelungene Unternehmenskultur sieht sie, offen zu bleiben, zu lesen, zu lernen und verschiedene Meinungen aufzunehmen und in die Handlungen einfließen zu lassen. Sie sprach auch über die besonderen Belastungen, die Frauen durch die verschiedenen Anforderungen erleben und ermunterte: „Halten Sie durch, seien Sie erfolgreich, es rentiert sich!“

Kay Oberbeck, Head of Communications, Google Germany berichtete über die Unternehmenskultur von Google. Die Besonderheit, dass bei Google die Mitarbeiter nicht über Vorgesetzte befördert werden, sondern sich für weiterführende Aufgaben empfehlen müssen, ließ manche Teilnehmerin aufhorchen. Sichtbar zu werden in der eigenen Organisation war durchweg ein Thema des Trainings.

Dr. Ariane Reinhard, Vorstand Personal, Continental AG, machte nach einem faszinierenden Bericht über Ihre Vitae den Test und überraschte mit der Frage:  „Wer von Ihnen hier möchte Vorstand werden?“ Nur sehr zögerlich waren daraufhin wenige Handzeichen zu verzeichnen. Das Eingangszitat der Executive Trainings: „Der Erfolg beginnt im Kopf!“ wurde allen blitzartig wieder bewusst.

Ulrike Riedel, Vorstand Personal und Betrieb, Hamburger Hochbahn AG, kam im Alter von 36 Jahren in den Vorstand der Hamburger Hochbahn und operiert dort mit drei Männern. Zu kämpfen mache ihr nichts aus, man müsse nur wissen, welchen Kampf man gewinnen und bei welchem man einfach nur mitmachen müsse, beschrieb sie die Machtspielchen, die unter Männern eben häufiger vorkämen.

Stephan Schäfer, Chief Product Officer, Gruner + Jahr AG, beeindruckte durch seine Begeisterung für Innovation im Unternehmen. Er fordert neue Ideen ein und bringt sie mit seinen Teams voran. Wichtig sind ihm die Begeisterung für ein Produkt, Motivation durch Lob und Anerkennung und eine offene Fehlerkultur.

Ute Wolf, Evonik Industries,  eine der wenigen weiblichen Finanzvorstände in Deutschland berichtete über ihren Werdegang und ließ die Teilnehmerinnen auch an sehr persönlichen Erlebnissen teilhaben. Sie riet den weiblichen Führungskräften, authentisch zu bleiben und selbst zu entscheiden, welche Anpassungen man bringen kann und will und welche nicht. Von Sprüchen hat sie sich nie aufhalten lassen, „Man entscheidet immer selbst, wer einen beleidigt“, war eines ihrer noch nachwirkenden Statements.

Die Gruppe der Teilnehmerinnen trifft sich im März 2016 zum Modul II in Düsseldorf. Fazit einer Teilnehmerin nach fünf Tagen: Es ist eine vertrauensvolle Dynamik und Tiefe entstanden, die nach so kurzer Zeit und in Anbetracht der Größe der Gruppe wir uns alle zu Beginn nicht gewagt haben vorzustellen …“

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