Alumni-Gruppe auf dem Dach von UdL 1
Thomas Kunsch, Neubrandenburg

Die Executive Trainings sind ein ‚life changing project‘, wie es unsere Trainer häufig anmerken. Irritation, Perspektivwechsel und der etwas andere Blick auf die Praxisreferenten regen zum Hinterfragen sicher geglaubter Handlungsmaximen an. Durch die Erarbeitung eines Handlungskonzeptes werden Veränderungsvorhaben konkretisiert und der Transfer in den Führungsalltag vorbereitet.

Doch was kommt dann?

Die Alumni-Meetings der Bertelsmann Stiftung ermöglichen es den ehemaligen Teilnehmern, mit ihren Seminarkolleginnen und –kollegen weiter gemeinsam an Führungsthemen zu arbeiten, ihr Netzwerk auszubauen und durch Impulsvorträge neue Anregungen für den beruflichen Alltag mitzunehmen.

Bisherige Alumni-Meetings

„Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht“ sagte bereits Abraham Lincoln. Der Umgang mit Macht berührt aber nicht nur Wesensart und Werte eines Menschen. Er wirft grundsätzlich Fragen für eine Führungskraft auf: Wie viel Macht besitze ich? Wie setze ich sie sinnvoll und positiv für meine Initiativen ein? Und wem gebe ich Teil meiner Macht ab? Trotzdem – oder gerade deswegen – ist der Begriff „Macht“ in Wirtschaft und Unternehmen oft ein Tabuthema. Dabei ist es für jede Führungskraft, ob im Berufsalltag, im Change Management oder in der Wirkung des Handelns über das eigene Unternehmen hinaus als gesellschaftlich relevante Kraft unabdingbar, die eigene Macht zu nutzen. Ohne Macht keine Veränderung!

Unter dem Fokus „Mit Macht - verantwortungsvoll führen“ hatten 180 Alumni die Gelegenheit, mit anderen Alumni zu diskutieren, Kontakte zu vertiefen und neue Netzwerke zu knüpfen. 

Jede Epoche und jede Aufgabe für sich ist für Führungskräfte in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft herausfordernd und bringt weitreichende Entscheidungssituationen mit sich – sei es im beruflichen Umfeld oder im Privatleben. Die weltwirtschaftlichen und geopolitischen Veränderungen auch abseits der Finanzkrise werfen ein neues Licht auf die Frage wie Entscheidungen vorbereitet, gefällt und legitimiert werden können. Führungskräfte werden täglich mit diesen Prozessen konfrontiert: Traue ich mehr meiner Intuition? Welche Fakten sind verlässlich? Und welche Rolle spielen Emotionen? Es ist gut und hilfreich, bei diesen Fragen ein funktionierendes Netzwerk an der Seite zu wissen. Das lebendige Peer-Group-Netzwerk ermöglicht es, von- und miteinander zu lernen. Neue persönliche Kontakte konnten geknüpft und bestehende Freundschaften vertieft werden.

Zum Vortrag von Professor Dr. Gerd Gigerenzer

Für zwei Tage war die Stiftung Gastgeber für 90 Führungskräfte deutschsprachiger Unternehmen. Sie alle sind Alumni der verschiedenen Formate der Business Summer School (BSS). Hochkarätige Referenten wie Professor Milberg (Aufsichtsratsvorsitzender, BMW AG, München) , Professor Dr. Scheer (Gründer, IDS Scheer AG, Saarbrücken; Präsident, Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien (BITKOM)) oder Dr. Wolfgang Schüssel (österr. Bundeskanzler a. D., Wien; Mitglied des Kuratoriums, Bertelsmann Stiftung) waren ein unbedingter Anreiz, sich diesmal nach Gütersloh aufzumachen.

Doch die Impulse, die erfahrene Größen des wirtschaftlichen und politischen Lebens setzen, sind nur ein Grund, warum die Absolventen sich auch Jahre nach ihrem ersten Zusammentreffen in einer BSS immer wieder zusammenfinden. Die entstandenen Lernbeziehungen sind extrem wertvoll für die Führungskräfte, da sie selten so offen mit Peers über berufliche Fragestellungen und Probleme diskutieren können.  „Besonders als weibliche Führungskraft bin ich in meinem Unternehmen Teil einer Minderheit – oft ganz allein, denn in vielen Situationen bin ich die einzige Frau. Durch die Business Women School habe ich ein Netzwerk aufbauen können, in dem ich mich mit anderen Managerinnen vertrauensvoll austauschen kann und ungeschminktes Feedback bekomme“, so eine Teilnehmerin.

Mit besonderem Interesse verfolgten die Teilnehmer die Präsentation der Ergebnisse der Studie "The Implications for Leadership of the Evolving Web". Über Skype aus Boston zugeschaltet berichtete Grady McGonagill über die Veränderungen auf das Führungsverhalten, die die verschiedenen Tools des Web 2.0 mit sich bringen. Dabei ist der versierte Umgang mit den verschiedenen technologischen Instrumenten nur die geringere Anforderung. Die wesentliche Herausforderung ist die Veränderung des individuellen Mindsets und die kulturelle Adaption des Systems „Unternehmen“.

Eindrucksvoll war die Darstellung seines Unternehmens, bei der Frank Roebers, Vorstandsvorsitzender der Synaxon AG, immer wieder live in das firmeneigene Wiki schaltete, was zentrales Kommunikationsinstrument und Datenmanagementsystem ist. Das gesamte Wissen des Unternehmens ist dort für jeden Mitarbeiter einsehbar und bearbeitbar: „Von den Verträgen mit Kooperationspartnern und Lieferanten bis zu Stellenbeschreibungen der Angestellten. Von Prozessbeispielen bis zur Dokumentation aller laufenden Projekte. Von einer Liste mit Fachbegriffen bis zu den Spielregeln bei Synaxon.“ – wurde schon in einem Artikel der Brandeins in 2007 berichtet.

„Mir hat der Vortrag und vor allem die Diskussion vor den hochkarätigen Teilnehmern sehr viel Spaß gemacht. Auch die Vorträge von Herrn Prof. Milberg und Herrn Dr. Schüssel, und das gemeinsame Abendessen waren echte Höhepunkte für mich dieses Jahr“, meldete Frank Roebers zurück - ein Zeichen dafür, dass der Austausch im Rahmen des Alumni-Treffens auch diesmal wieder fruchtbar für alle Beteiligten war.

Abschließend luden verschiedene Teilnehmer sowie Dr. Klaus Doppler, „Stammtrainer“ bei einem Format der BSS, zu Workshops ein:

· „Nachhaltige Unternehmenskultur-Entwicklung bei der Bahn AG“,

· „Praxiserfahrungen Web 2.0 – Wandel der Unternehmenskultur oder Ausgründung?“,

· „Wie nutzt man Social Media zur Positionierung der eigenen Arbeitgebermarke?“,

· „Mobility 2030 - Allgemeine Trends und Herausforderungen in Verbindung mit einer Fallstudie des chinesischen Marktes“,

· „Anatomie der Krise – Auswirkungen auf das Individuum“

waren die Themen, die die Teilnehmer zur Mitarbeit für ihre Peers zur Verfügung stellten.

Liz Mohn trifft sich mit Top-Führungskräften in der Hauptstadt

Nachdem seit 2006 die Business Summer School fünf Mal stattgefunden hat, wurde am 2. und 3. April 2009 in Berlin erstmalig der Impuls zum jahrgangsübergreifenden Netzwerken gegeben. In Einzelgruppen wurde schon mehrfach zunächst noch auf Initiative der Stiftung, später in selbstgesteuerten Follow Ups der Teilnehmer, der Austausch zur bewussten Gestaltung von Unternehmenskultur fortgesetzt. Liz Mohn begrüßte zu diesem ersten Alumni-treffen mehr als siebzig sogenannte „Next Leader“ in Berlin und wurde gemeinsam mit ihnen von Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen.

Seit längerem ist unternehmerisches Denken und Handeln weltweit geprägt von den Unsicherheiten und Ängsten der Krise, die immerhin eine Chance bietet: Altvertrautes wird hinterfragt - und kann und muss neu gestaltet werden. So stellte Liz Mohn in ihrer Begrüßung folgende Fragen in den Raum: „Welche Optionen besitzt die Führung, um Vertrauen wieder herzustellen? Was bedeutet dies für eine Führung im Hinblick auf die Motivation durch Beteiligung und Delegation? Welche Verantwortung besitzen Unternehmen, um global fair und partnerschaftlich zu handeln? Welchen persönlichen Beitrag kann ich selbst in der aktuellen Situation im alltäglichen Umgang mit meinen Mitarbeitern leisten?“ – Das Alumni-Treffen bot den notwendigen Raum zur Reflektion, Diskussion und sicherlich auch zur Beantwortung insbesondere der letzten Frage.

Das immer wieder als besonders erlebte Setting der Business Summer School – branchenübergreifende Peer-Gruppen, in denen frei von der jeweiligen Unternehmenspolitik vertrauensvoll kommuniziert werden kann – bestimmte wieder mal den Geist der Veranstaltung und lud zum intensiven Arbeiten in Workshops zu Themen wie „Konkrete gesellschaftliche Aspekte der Unternehmensführung“ oder „Führung in Zeiten der Globalisierung“, die u.a. vom renommierten Organisations- und Managementberater Dr. Klaus Doppler sowie Prof. Dr. Felix Brodbeck, Lehrstuhlinhaber am Institut für Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, begleitet wurden.

Prof. Dr. Dieter H. Vogel, Vorsitzender des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung, rief zu Ende der Veranstaltung  die Teilnehmer dazu auf, an der Gestaltung einer Unternehmenskultur mitzuwirken, die die Kräfte für notwendige Veränderungen schnell frei setzen kann: „Die Aufgabe von Führungskräften ist es, klare Perspektiven und Ziele für die Zeit nach der Krise zu formulieren. So werden die Mitarbeiter am besten bewegt, Veränderungen mitzutragen!“

Für die meisten Teilnehmer steht fest, dass sie auch weiterhin das Netzwerk pflegen werden  und damit auch eine Schlüsselfunktion ihrer Führungsrolle wahrnehmen werden. Denn die Zusammenarbeit in Netzwerken innerhalb und außerhalb des Unternehmens ist wichtig und wird an Bedeutung zunehmen.  


Führung und Macht

Alumni-Meeting 2014 "Mit Macht - verantwortungsvoll führen"

160 ehemalige Teilnehmer der Executive Trainings kamen zum Wiedersehen in die Hauptstadt. Sie erhielten Impulse zur Macht im Führungsalltag. weiterlesen

Alumni-Meeting 2012

Netzwerk erweitern

Alumni-Meeting der Executive Trainings

Teilnehmerstimmen anlässlich des Alumni-Meetings der Executive Trainings der Bertelsmann Stiftung in Berlin. weiterlesen