Personen in einer Sitzgruppe im Gegenlicht vor einer Glassfassade
Shutterstock / Rawpixel.com

Vor fünf Jahren hat eine eine Forderung bei Entscheidungsträgern in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft eine neue Debatte zur Vielfalt im Topmanagement ausgelöst:  die Förderung von Frauen in Führungspositionen durch eine Frauenquote!

Vielfalt sollte Anfang des 21. Jahrhunderts normalerweise eine Selbstverständ- lichkeit sein. Vielfalt gilt als Gradmesser für Toleranz und Offenheit, Fortschritt- lichkeit und Innovationsfähigkeit einer Wirtschaft. Und damit als Erfolgsfaktor für Unternehmen! Hervorragend ausgebildet, selbstbewusst und den männlichen Kollegen bei Ergebnis- und Leistungsorientierung ebenbürtig stehen viele Frauen vor dem Sprung ins Topmanagement.

Was braucht es dann - gerade auch mit Blick auf die Förderung von Frauen in Führungspositionen - für ein erfolgreiches Onboarding und die nachhaltige Integration in den Vorstand?

Die renommierte Buchautorin und Trainerin Dr. Cornelia Edding und Martin Spilker, Leiter des Kompetenzzentrums „Führung und Unternehmenskultur“, haben dazu Interviews mit 26 weiblichen und männlichen Vorstandsmitgliedern geführt.

Handlungsempfehlungen

Entstanden ist eine Checkliste mit zwölf Handlungsempfehlungen, die Gesellschafter, Aufsichtsrat und Vorstandsvorsitz bei der Aufnahme neuer Vorstandsmitglieder beherzigen sollten:

  • die Rückendeckung des neuen Vorstandmitgliedes durch Personen aus dem Gesellschafterkreis, dem Aufsichtsrat oder den Vorstandsvorsitzenden;
  • die Prüfung von persönlichem und unternehmenskulturellem Fit zu Organisation und Gremium durch beide Seiten vor dem Einstellungsprozess;
  • die rechtzeitige Information und Beteiligung der weiteren Vorstandsmitglieder über Ressortzuschnitt, Einstiegskriterien und Anforderungsprofile;
  • die Sorgfaltspflicht beim Onboarding durch das frühzeitige Kennenlernen zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und neuem Vorstandsmitglied;
  • die klare Formulierung von Erwartungshaltungen von beiden Seiten und die konkrete Absprache zu Konditionen, Zielen und Aufgaben;
  • die Verantwortung des Vorstandsvorsitzenden in seiner Führungsrolle, zum Beispiel in Gremiensitzungen, bei der Gestaltung der Team-Dynamik;
  • ein sorgsamer Umgang mit Kritik an Bestehendem und bei der Einführung neuer Methoden und Ideen durch das neue Vorstandsmitglied;
  • die diplomatische Mischung im Außen- und Innenauftritt des neuen Vorstandsmitgliedes zwischen Sichtbarkeit und Zurückhaltung;
  • der Aufbau einer Machtbasis durch Sichtbarkeit bei Mittelmanagement und auf der Mitarbeiterebene durch regelmäßige Treffen;
  • die Wahrnehmung und Überwindung von „Unconscious Bias“ bei der Auswahl und Integration von neuen Vorstandsmitgliedern;
  • den Perspektivwechsel für die Situation von „extremen Minderheiten“ als Voraussetzung für einen respektvollen Umgang im Vorstandskollegium
  • den Mut zum „Nein“ bei Befindlichkeiten und unterschiedlichen Auffassungen in der Einstellungs- und Einarbeitungsphase.

 

 

Publikation

Publikation

Publikation

Publikation