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Heiko Roehl

„Wir verlieren uns in der Fülle der Themen … - wird es jemals ruhiger?“, „Wie kann ich das alles schaffen?“; „Ich fange an, E-Mails einfach zu löschen …“ - Ein intensiver Tag mit Führungskräften der oberen und mittleren Führungsebenen lässt aufhorchen. Die Vielzahl der Themen, die unter dem Stichwort „neue Anforderungen an Führung“ genannt werden ist bunt und groß. Obwohl in den meisten Organisationen angekommen sein dürfte, dass Strukturen sich verändern, Hierarchien flacher werden müssen, Führungskräfte nicht nur reine Fachkompetenz sondern vielmehr Change Management- und Coaching-Kompetenzen benötigen, scheinen sich viele Organisationen in einem nebulösen Übergang zwischen alten und neuen Führungsmodellen zu befinden, in dem es wenig Orientierung gibt. „nicht mehr und noch nicht ganz“ beschreibt Professor Heiko Roehl diese Phase anhand der visuellen Darstellung des Buchstabens „U“ den Übergang weg von den Führungsinstrumenten der Vergangenheit hin zu neuen Modellen, mit denen wir uns noch schwer tun.

 „In der Broschüre Zukunftsfähige Führung  haben die Autoren Professor Dr. Heiko Roehl, Birgit Gebhard und Josephine Hofmann die Bereiche, in denen Führung sich verändern muss, herausgearbeitet und Ansätze für ein neues Führungsverständnis aufgezeigt. Der Austausch im Rahmen eines Fokusgruppenworkshops mit Führungskräften, die Teilnehmer der Executive Trainings waren, sollte dem Kompetenzzentrum Führung und Unternehmenskultur zeigen, ob sich deren Erfahrungen mit den Aussagen der Broschüre decken. Was begegnet ihnen tatsächlich in ihren Unternehmen? In vertrauensvoller Atmosphäre öffneten die Alumni die Türen zu ihren Organisationen:

„Wir haben eine E-Mail-, aber keine Gesprächskultur“; „Meine Prinzipien sind nicht mehr im Einklang mit denen des Unternehmens“;  „Meine Mitarbeiter werden durch eine Beratung anhand schriftlicher Unterlagen evaluiert und bekommen 24 Stunden Zeit, sich für eine Stelle zu entscheiden;  „Ich bin dieses Meeting-Hopping so leid, für alles gründen wir committies und Entscheidungen werden nicht mehr getroffen“; „Ich bin genervt von der Generation Y …“, „Ich gehe dazu über, Aufträge vor Annahme genau zu prüfen, denn oftmals sind sie vergiftet und verhindern so den Erfolg …“

Offensichtlich ist Vieles im Argen. Nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch Führungskräfte sind zum Teil ohne Kenntnis oder Orientierung darüber, wohin die Reise geht. Sie wissen, sie müssen flexibel bleiben und sich immer wieder an die äußeren Umstände und Anforderungen anpassen. Sie gelangen in Situationen, in denen die „Sinnfrage“ und der Abgleich mit eigenen Werten in den Mittelpunkt rückt. Organisationen sollten sich die Frage stellen: Wie viel halten Führungskräfte aus, und an welcher Stelle steigen sie möglicherweise aus?
Menschen sind oftmals in Führungspositionen, weil man Sie für in der Vergangenheit erreichte Leistungen belohnt. Wie passt dieses „Belohnungsprinzip“ zu den neuen Kompetenzen, die von Führungskräften mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen benötigt werden? Sollte man nicht besser prüfen: bringt eine Führungskraft auch die für die neue Aufgabe erforderlichen Fähigkeiten mit? Die Teilnehmer des Fokusgruppenworkshops fragen sich auch, wie man „nach oben“ führen kann, denn die Ebene über ihnen scheint die erforderliche Elastizität der Hierarchien und notwendige Vernetzung in einer oftmals vorherrschenden Silo-Kultur häufig nicht (zu) erkennen (zu wollen).

Die Digitalisierung erhebt den Anspruch an hohe Geschwindigkeiten. Führungskräfte benötigen eine gute Selbstreflexion und gesunde innere Stabilität. Es hilft ihnen, sich ihrer Werte bewusst zu sein und sich mit Peers auszutauschen. Die Executive Trainings des Kompetenzzentrums Führung und Unternehmenskultur  sind ihnen dabei eine große Hilfe. Alle Teilnehmer des Workshops bestätigten, dass ein Austausch unter Führungskräften – wie sie ihn sowohl bei den Trainings als auch im Workshop in Frankfurt erlebt haben – hilft. Einiges relativiert sich, wenn man erfährt, dass es Anderen ähnlich geht. Gemeinsam kann man Lösungen erarbeiten und bekommt gleichzeitig neue Denkanstöße und kritisches Feedback.

Das Kompetenzzentrum Führung und Unternehmenskultur nutzt das Gehörte zu den aktuellen Herausforderungen von Führungskräften zur Weiterentwicklung der Angebote für Führungskräfte. Denn das seit 2006 angebotene Executive Training: Zukunftsfähige Führung hat nicht nur einen neuen Namen, es steht vielmehr für neue Inhalte, um Kompetenzen der Führung der Zukunft zu vermitteln. Dabei greift es auf die bewährte Lernarchitektur und Methoden zurück. 

Die Aussagen der Alumni aus dem Fokusgruppenworkshop haben wir in der Broschüre "Am Limit - Führung im Unternehmensalltag (siehe rechts) zusammengefasst.